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Freiwillig krankenversicherte Rentner

Freiwillig krankenversicherte Rentner müssen Beiträge von der Privatrente abführen, Beiträge werden auch auf eine Kapitalabfindung erhoben.

Bei freiwillig in einer gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Rentnern werden sämtliche Einkünfte für die Höhe der Beiträge berücksichtigt.

  • Arbeitseinkommen
  • Versorgungsbezüge
  • Mieten, Pacht
  • Kapitalerträge
  • Kapital- und Rentenleistungen aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen
  • etc.

Aus allen Einkünften werden bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge zur Krankenversicherung (allgemeiner Beitragssatz) und zur Pflegeversicherung erhoben.

Im Januar 2010 befand das Bundessozialgericht (BSG) dieses Verfahren im Fall eines freiwillig krankenversicherten Rentners korrekt, der eine private Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht abgeschlossen hatte. Er wählte die Kapitaloption. Die Krankenkasse behandelte auch die Kapitalzahlung so, als bekäme der Mann monatlich Rente ausbezahlt – und erhob Beiträge darauf. Ein 120-stel der Auszahlungssumme wurde als monatliches Einkommen berücksichtigt.

Nach dem Urteil des BSG verstößt dieses Verfahren nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz – auch wenn für Pflichtversicherte günstige Regelungen gelten.

Beim pflichtversicherten Rentner werden „nur“ die gesetzliche Rente, Versorgungsbezüge und das Arbeitseinkommen der Beitragsbemessung zu Grunde gelegt.

Wer ist als Rentner pflichtversichert?
Als Rentner pflichtversichert ist, wer schon vorher eine gewisse Zeit (Vorversicherungszeit) gesetzlich krankenversichert gewesen ist. Die Vorversicherungszeit ist erfüllt, wenn jemand seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung mindestens 90 Prozent der zweiten Hälfte dieses Zeitraums in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, freiwillig versichert oder familienversichert war.