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Ermittlung des Beitrags Pensions-Sicherungs-Verein aG

Der Pensions-Sicherungs-Verein aG (PSVaG) sichert Anwartschaften und Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung für den Fall der Insolvenz des Arbeitgebers. Dazu müssen die Arbeitgeber Beiträge an den PSVaG entrichten. Im Rahmen des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) sichert der PSVaG unverfallbare Anwartschaften und laufende Leistungen der betrieblichen Altersversorgung für den Fall der Insolvenz des Arbeitgebers ab. Meldepflichtige Arbeitgeber müssen jährlich dem PSVaG die so genannte Beitragsbemessungsgrundlage der zu sichernden Anwartschaften und laufenden Renten mitteilen. Dies betrifft die Durchführungswege Pensionszusage und Unterstützungskasse.

Der Arbeitgeber ist bei diesen Durchführungswegen zur jährlichen Beitragszahlung verpflichtet. Die Höhe der Beitragszahlung wird durch Multiplikation der Beitragsbemessungsgrundlage mit dem aktuellen Beitragssatz des PSVaG errechnet. Der Beitragssatz für das Jahr 2011 beträgt wie im Vorjahr 1,9 Promille.

Beitragsermittlung bei Pensionszusage

Beitragsbemessungsgrundlage für laufende Leistungen und unverfallbare Anwartschaften ist der Teilwert gemäß § 6a Abs. 3 EStG der Pensionsverpflichtung. In der Regel entspricht die Pensionsrückstellung in der Steuerbilanz diesem Wert.

Beispiel

  • Teilwert / Pensionsrückstellung per 31.12.2010: 100.000 EUR
  • Beitragsbemessungsgrundlage: 100.000 EUR
  • PSV-Beitrag 2011: 100.000 EUR x 0,0019 = 190 EUR

Beitragsermittlung bei rückgedeckter Unterstützungskasse

Beitragsbemessungsgrundlage für laufende Leistungen ist das so genannte Deckungskapital gemäß § 4d Abs. 1 Nr. 1a EStG. Für Leistungsanwärter mit unverfallbarer Anwartschaft beträgt die Beitragsbemessungsgrundlage 25% der erreichbaren jährlichen Versorgungsleistung im Pensionsalter (jährliche Versorgungsleistung bei Kapital = 10% der Kapitalleistung) multipliziert mit dem Zeitfaktor 20 (gemäß § 10 Abs. 3 Nr. 3 BetrAVG).

Beispiel für eine unverfallbare Anwartschaft aus einer Kapitalzusage

  • Zum vertraglichen Endalter zugesagtes (erreichbares) Alterskapital: 100.000 EUR
  • Beitragsbemessungsgrundlage: 0,1 x 100.000 EUR x 0,25 x 20 = 50.000 EUR
  • PSVaG-Beitrag 2011: 50.000 EUR x 0,0019 = 95 EUR

Beispiel für eine unverfallbare Anwartschaft aus einer Rentenzusage

  • Zum vertraglichen Endalter zugesagte (erreichbare) jährliche Altersrente: 12.000 EUR
  • Beitragsbemessungsgrundlage: 12.000 EUR x 0,25 x 20 = 60.000 EUR
  • PSVaG-Beitrag 2011: 60.000 EUR x 0,0019 = 114 EUR

Maximaler PSVaG-Schutz

Der PSVaG schützt laufende Leistungen und unverfallbare Anwartschaften jedoch nicht in unbegrenzter Höhe. Die maximal insolvenzgeschützten Versorgungsleistungen sind begrenzt auf das Dreifache der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV. Für Kapitalleistungen beträgt die Höchstgrenze das 120-fache der maximalen monatlichen insolvenzgeschützten Leistung.

Die Haftungsgrenzen sind relativ hoch, so dass der PSVaG in der Regel die Versorgungsleistungen voll übernimmt.

Der PSVaG haftet im Jahr 2012:

Haftungsgrenze
Alte Bundesländer

Haftungsgrenze
Neue Bundesländer

Maximale monatliche Rente

7.875 EUR

6.720 EUR

Maximale Kapitalleistung

945.000 EUR

806.400 EUR

Übersteigen die zugesagten Versorgungsleistungen die PSVaG-Höchstgrenzen, kann die Beitragsbemessungsgrundlage auf den insolvenzgeschützten Teil der Pensionsverpflichtung begrenzt werden.