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Die Beihilfe

Ein Kurzer Überblick über die wichtigsten Themen.

Was ist Beihilfe?

Beamte, Beamtenanwärter und deren berücksichtigungsfähigen Ehegatten und Kinder erhalten im Rahmen der staatlichen Fürsorgepflicht eine finanzielle Unterstützung zu den Krankheitskosten, die sogenannte Beihilfe. Diese wird zum Beispiel, für Kosten in folgenden Fällen gewährt: Krankheit, Früherkennung von Krankheiten, Pflege und Geburt.
Die Beihilfe deckt aber nur einen Teil der Kosten ab. Der andere Teil muss privat abgesichert werden, da in Deutschland die Pflicht zu Versicherung gilt. Es sind mindestens eine private Beihilferestkosten – und eine Pflegepflichtversicherung für Beamte gefordert. 
Geregelt ist die Beihilfe in allgemeinen Verwaltungsvorschriften, Die Vorschriften gelten für den gesamten öffentlichen Dienst (Bund, Länder und Kommunen). Allerdings können Länder Regelungen treffen, die von den Vorschriften des Bundes abweichen.

Wo sind die wichtigsten Unterschiede innerhalb des Beihilferechts? 

In der Gesundheitsvorsorge bestehen die wichtigsten Abweichungen der Landesregelungen von den Vorschriften des Bundes bei:

–          Sehhilfen (Leistungen für Brillengestell, Gläser und Kontaktlinsen für Erwachsene)

–          Chefarztbehandlung und Unterbringung im Krankenhaus (mit oder ohne Zuzahlungen / keine Leistungen)

–          Kürzung der stationären Leistungen (um GKV-ähnliche Zuzahlungen)

–          Zahnersatz (Höhe der Leistung für zahntechnische Material – und Laborkosten, Anzahl der Implantate)

–          Eigenbeteiligungen / Kostendämpfungspauschalen

Was ist, wenn der Beihilfeanspruch entfällt?

Nach der Ausbildung oder im Studium kann für eine Übergangszeit GKV-Pflicht bestehen, zum Beispiel wenn erst ein halbes Jahr später der Beamtendienst beginnt. In dieser Zeit kann für den privaten Krankenversicherungsschutz eine Anwartschaftsversicherung abgeschlossen werden. Diese sichert das Eintrittsalter (zum Zeitpunkt der Anwartschaft) und den Gesundheitszustand. Sobald wieder die Möglichkeit besteht, sich als Beamter privat zu versichern, kann der alte Krankenversicherungsschutz bei Ihrem privaten Krankenversicherer aufleben.
Sollte nach der Ausbildung das Arbeitsverhältnis nicht fortgesetzt werden und man wird arbeitslos, wird der Tarif für eine Übergangszeit auf 100% gesetzt. So sind Sie abgesichert und es bleibt genug Zeit, sich neu zu orientieren.

Wie funktioniert das Erstattungsprinzip der Beihilfe? 

Sie rechen die Arztrechnung sowohl bei Ihrer Beihilfestelle als auch Ihrem privaten Krankenversicherer ein (ggf. beim Krankenversicherer auch den Beihilfebescheid).

Wie hoch ist der Beihilfebemessungssatz (BMS)?

In welcher prozentualen Höhe sich der Dienstherr an den beihilfefähigen Aufwendungen beteiligt, gibt der BMS an. Zum Beispiel erhält ein Beihilfeberechtigter ohne Kinder in der Regel 50% Beihilfe. Das heißt, der Dienstherr beteiligt sich zu 50% an den beihilfefähigen Krankheitskosten. Die restlichen 50% sind privat abzusichern. Beihilfe wird auch für  Ehegatten gewährt, deren Einkommen in einem vorvergangenem Kalenderjahr unter 17.000 Euro lag (Ausnahmen bilden zum Beispiel: Thüringen, Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen: 18.000 Euro, Bremen: 10.000 Euro, Hessen: 7.834 Euro, Saarland: 16.000 Euro, Rheinland-Pfalz: 20.450 Euro).

Beihilfebemessungssatz (BMS) von Bund und Länder

Beihilfeberechtigte                                  Beihilfebemessungssatz (BMS)
Personen                                                  Beihilfeberechtigter         Ehegatte         Kind

Aktiver  Beihilfeberechtigter
mit 1 Kind                                                 50%                                       70%                80%

Aktiver Beihilfeberechtigter
mit mind. 2 Kinder                                  70%                                       70%                 80%

Versorgungsempfänger                        70%                                       70%                 80%

Beihilfebemessungssatz (BMS) von Bremen und Hessen

Beihilfeberechtigte                                     Beihilfebemessungssatz pro Familienmitglied
Personen

Alleinstehend                                             50% Hessen: stationär 65%

Mit 1 berücksichtigunsfähigen
Angehörigen                                              55% Hessen: stationär 70%

Mit 2 berücksichtigungsfähigen

Angehörigen                                              60% Hessen: stationär 75%

Mit 3 berücksichtigungsfähigen

Angehörigen                                              65% Hessen stationär 80%

Ab 4 berücksichtigungsfähigen
Angehörigen                                              70% Hessen stationär 85%