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Erläuterungen zur Wohngebäudeversicherung

Versicherung ist Vorsorge für einen möglichen Schaden, von dem niemand weiß, wann und unter welchen Umständen er eintritt – und wie groß er ist. Wir können Ihr Gebäude gegen nachfolgende Schäden versichern:

  • Feuer
  • Leitungswasser
  • Sturm / Hagel
  • weitere Elementarereignisse ( Naturgefahren § 4 , 1b )

Was versteht man unter dem Begriff „Wohngebäude“?

Hiermit ist nicht nur der eigentliche Baukörper gemeint, sondern auch verschiedene Einbauten. Achten Sie deshalb darauf, dass eingebaute Schränke, fest verlegte Fußbodenbeläge, Zentralheizungsanlagen, sanitäre Installationen und elektrische Anlagen in der Versicherungssumme erfasst sind, denn sie zählen zum Gebäude. Selbst Zubehör, das der Instandhaltung des Gebäudes oder dessen Nutzung zu Wohnzwecken dient, zählt dazu. Dies sind z.B. außen angebrachte Antennen, Markisen und Überdachungen.

Was bedeutet „Versicherungssumme 1914“?

Wohngebäude werden üblicherweise zum „gleitenden Neuwert“ versichert. Aufgabe dieser Versicherungsform ist es, eine Unterversicherung durch Baupreissteigerungen zu vermeiden, ohne die in dem Vertrag zugrunde liegende Versicherungssumme zu ändern. Grundlage der gleitenden Neuwertversicherung ist der Versicherungswert 1914. Er ist als der ortsübliche Neubauwert nach Preisen des Jahres 1914 definiert. Die Einführung der Berechnungsgröße 1914 ist auf die historische Entwicklung der gleitenden Neuwertversicherung zurückzuführen. Ausgangspunkt war die ständige Steigerung der Baupreise, die eine ebenso ständige Überprüfung und Anpassung der Versicherungssummen erforderte.

Daher wurde dazu übergegangen, den Beitrag zu dynamisieren, ohne die einmal vereinbarte Versicherungssumme zu verändern. Als Grundlage dazu wurden die Preise der Jahre 1913/14 gewählt, da diese die preisstabilsten Vorkriegsjahre waren.

Die Versicherungssumme 1914 kann auf verschiedene Arten ermittelt werden:

  • Schätzung des ortsüblichen Neubauwertes durch einen anerkannten Bausachverständigen;
  • Umrechnung der vom Wohngebäudeeigentümer angegebenen Baupreise eines bestimmten Jahres (mit Nachweis);

  • Errechnung durch Angabe von Größe, Ausbau und Ausstattungsmerkmalen;
  • Errechnung durch Angabe der Kubikmeter umbauten Raumes;
  • Übernahme der Versicherungssumme von der Vorgesellschaft, bei welcher nachweislich Unterversicherungsverzicht bestanden hat.

Wurde die Versicherungssumme 1914 auf eine andere Art ermittelt, nimmt die Continentale im Versicherungsfall bis zu einer Schadenhöhe von 2.000 EUR keinen Abzug wegen Unterversicherung vor. Liegt eine Unterversicherung vor, weil sich der Versicherungswert des Gebäudes nach Festlegung der Versicherungssumme durch Um- oder Ausbauten erhöht hat, greift eine generelle Vorsorgeversicherung bis zur nächsten Hauptfälligkeit.

Welche Regelungen gibt es zum Neubaunachlass bzw. zum Gebäudealter-Zuschlag?

Der Neubaunachlass bzw. der Gebäudealter-Zuschlag sind vom Gebäudealter abhängig. Der Nachlass reduziert sich automatisch mit Zunahme des Gebäudealters bzw. entfällt ab einem Gebäudealter größer 30 Jahre (0 bis 5 Jahre = 40 %; 6 bis 15 Jahre = 20 %; 16 bis 30 Jahre = 10 %). Ab einem Gebäudealter von 50 Jahren wird ein Gebäudealter-Zuschlag von 5 % erhoben.

Feuerversicherung

Die Feuerversicherung leistet bei Schäden:

  • durch Brand, Blitzschlag und Explosion, sowie Folgeschäden durch Rauch, Ruß oder Löschwasser
  • an versicherten Sachen, die dadurch entstehen, dass sie einem Nutzfeuer oder der Wärme zur Bearbeitung oder zu sonstigen Zwecken ausgesetzt werden. Dies gilt auch für Sachen, in denen oder durch die Nutzwärme erzeugt, vermittelt oder weitergeleitet wird.

Darüber hinaus stellt die Continentale eine Vorsorgeversicherung zur Verfügung, um Nachteile bei der Schadenbearbeitung durch evtl. Um- oder Ausbauten nach der Versicherungssummenermittlung zu vermeiden.

Leitungswasserversicherung

Die Leitungswasserversicherung leistet bei Schäden durch bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser, auch aus allen mit dem Rohrsystem verbundenen Einrichtungen (z.B. Wasch- und Geschirrspülmaschinen) oder Schläuchen der Wasserversorgung; Schäden durch Überlaufen oder Wasserdampf. Darüber hinaus sind versichert:

  • Bruch- und Frostschäden an Rohrleitungen im Gebäude; auch Schäden an Zuleitungs- oder Heizungsrohren außerhalb des Gebäudes, aber innerhalb des Versicherungsgrundstücks, die der Versorgung des versicherten Gebäudes dienen

  • Frostschäden an Badeeinrichtungen, Waschbecken, sanitären Einrichtungen, Wasserhähnen und Wassermessern, an Heizkörpern, Heizkesseln, Boilern und Durchlauferhitzern

  • Bruch- und Frostschäden an Ableitungsrohren auf und außerhalb versicherter Gebäude auf dem Versicherungsgrundstück, soweit diese Rohre der Entsorgung versicherter Gebäude oder Anlagen dienen bis 1.500 EUR

Sturmversicherung

Die Sturmversicherung leistet für Schäden:

  • die ein Sturm (mindestens Windstärke 8) am Gebäude, auch an Scheiben und Fenstern anrichtet
  • durch Bäume oder sonstige Gegenstände, die der Sturm auf das versicherte Gebäude wirft
  • durch Hagelschlag am Gebäude sowie an Scheiben und Fenstern
  • durch eindringende Niederschläge, wenn der Sturm oder der Hagelschlag das Dach abdeckt, Fensterscheiben eindrückt oder zerbrochen hat

Elementarschadenversicherung

Die Elementarschadenversicherung ersetzt Schäden durch:

  • Erdbeben
  • Überschwemmung
  • Rückstau
  • Vulkanausbruch
  • Lawinen und Schneedruck
  • Erdrutsch und Erdsenkung

Bei den weiteren Elementargefahren Rückstau und Überschwemmung gilt in Abhängigkeit zur ZÜRS-Zone je Versicherungsfall folgender Selbstbehalt:

  • ZÜRS-Zone 1 + 2: 10 % des Schadens, mindestens 500 EUR, maximal 5.000 EUR
  • ZÜRS-Zone 3: 20 % des Schadens, mindestens 1.000 EUR, maximal 10.000 EUR

Bei den restlichen weiteren Elementargefahren gilt in Abhängigkeit zur Erdbeben-Zone je Versicherungsfall folgender Selbstbehalt:

  • Erdbeben-Zone 1 + 2: 10 % des Schadens, mindestens 500 EUR, maximal 5.000 EUR
  • Erdbeben-Zone 3: 20 % des Schadens, mindestens 1.000 EUR, maximal 10.000 EUR

Sofern in den letzten 10 Jahren ein weiterer Elementarschaden eingetreten ist, verdoppelt sich der Mindestselbstbehalt bei der entsprechenden Gefahrengruppe.

Stand 18.09.2017