Krankentagegeld im Mutterschutz

Am 11.04.2017 ist das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung in Kraft getreten. Der Gesetzgeber hat darin den Anspruch auf Krankentagegeld während der Mutterschutzfrist für Schwangere neu geregelt.

Das seit 11.04.2017 gültige Gesetz sieht vor, dass Frauen nun im Rahmen ihres privaten Krankentagegeldtarifs Anspruch auf das vereinbarte Krankentagegeld (KT).

Während der gesetzlichen Mutterschutzfrist nach dem Mutterschutzgesetz (6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Entbindung) und am Entbindungstag haben.

Bisher war diese KT-Leistung für Frauen mit einem privaten Krankentagegeldtarif nicht möglich, da Schwangerschaft und Geburt keine Krankheiten sind.
Die Gesetzesänderung führt dazu, dass die Vertragsgrundlagen der Krankentagegeldtarife im Bestand und im Neugeschäft geändert werden.

Tipp:

Für Bestandskundinnen gilt der Anspruch auf Krankentagegeld rückwirkend zum 11.04.2017. Das heißt, dass Leistungen für entsprechende Versicherungsfälle für den Zeitraum danach nachträglich beantragt werden können.

Was versteht man unter Mutterschutzfristen?

Der Mutterschutz beginnt in der Regel sechs Wochen vor der Geburt und endet im Normalfall acht Wochen nach der Geburt (zwölf Wochen bei Früh- bzw. Mehrlingsgeburten). Während der Mutterschutzzeiten vor und nach der Entbindung und für den Entbindungstag sind Frauen finanziell abgesichert, in der Regel
durch das Mutterschaftsgeld und ggf. einen Zuschuss, den der Arbeitgeber zu tragen hat.

Welche Verdienstersatzleistungen gibt es in den Mutterschutzzeiten für Arbeitnehmerinnen und Selbstständige?

Mögliche Verdienstersatzleistungen sind das Mutterschaftsgeld (für die Zeit der Mutterschutzfristen vor und nach der Entbindung und für den Entbindungstag) und ggf. ein Zuschuss, den der Arbeitgeber zu tragen hat sowie das Elterngeld (ab Tag der Geburt beantragbar). Seit dem 11.04.2017 sind nun auch die Leistungen aus einer privaten Krankentagegeldversicherung möglich.
Die Verdienstersatzleistungen während der Mutterschutzfristen richten sich nach dem jeweiligen Berufsstatus und dem Krankenversicherungsschutz.

Nicht erwerbstätige Frauen haben keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

Das Elterngeld beträgt für nicht erwerbstätige Elternteile mindestens 300 Euro monatlich (§ 2 Abs. 4 BEEG), auch Mindestelterngeld genannt. Mit Wirkung vom 01.01.2011 wird das Elterngeld als Einkommen angerechnet auf das Arbeitslosengeld II, auf Sozialhilfe nach dem SGB XII sowie auf den Kinderzuschlag (§ 10 Abs. 5 BEEG). Folge: Das Elterngeld entfällt für Empfänger von Sozialhilfeleistungen und Hartz IV-Bezieher. Die Begründung überzeugt: Das Elterngeld ist gedacht als ein Ausgleich für entfallendes Erwerbseinkommen.
Bei Beziehern von Arbeitslosengeld entfällt hingegen kein Erwerbseinkommen.

Ausnahme: Bezieher von Sozialleistungen, die vor Geburt des Kindes erwerbstätig waren. Bei diesen betroffenen Elternteilen wird das Elterngeld bis zu 300 Euro nicht auf die Sozialleistungen angerechnet.

Stand 13.02.2018

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